Mannheim, 08.06.2010
Zielort Mannheim, U1 16-19 - die seltsam anmutende Straßenangabe klang zunächst verwirrend, als sich das Infomobil zur Bildungsprämie zum Termin nach Mannheim aufmachte. Denn in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs dreht sich alles ums Viereck: Die "Quadratestadt" ist in Häuserblöcken statt in Straßenzügen angelegt; die U-Quadrate befinden sich am Rand der Innenstadt. Mit diesem Wissen bezog das Infomobil am Dienstagmorgen pünktlich Position auf dem Vorplatz der Mannheimer Abendakademie und Volkshochschule und öffnete seine Türen für Weiterbildungsinteressierte. Und diese waren zahlreich zugegen - zeitgleich veranstaltete die Kontaktstelle Frau und Beruf Mannheim den "Infotag Wiedereinstieg" in den Räumen der Abendakademie. So waren es auch hauptsächlich weibliche Interessenten, die sich über die Fördermöglichkeiten der Bildungsprämie erkundigten.
"Ich bin gelernte Krankenschwester, möchte mich aber in Richtung Interkultureller Dialog weiterentwickeln", erzählte eine Besucherin. Eine andere Infotag-Teilnehmerin strebte die Umschulung von Zahnarzthelferin zur zahnmedizinischen Verwaltungshelferin an. Beide kannten die Bildungsprämie noch nicht. Das hat sich nun geändert.Dass Frauen eine starke Zielgruppe sind, konnte auch Thomas Rapp von der Mannheimer Abendakademie bestätigen. "Wir hatten bisher noch keinen einzigen Mann in der Beratung. Und die Anfragen haben sich seit der Fördergelderhöhung im Vergleich zum letzten Jahr sogar verdoppelt."
Die gesteigerte Attraktivität der Bildungsprämie seit der Erhöhung des Fördergeldes und der Einkommensgrenzen zu Jahresbeginn ist auch bei der Handwerkskammer und der IHK in Mannheim spürbar. Beide Organisationen waren mit vor Ort und arbeiten auch sonst mit der Abendakademie in Sachen Weiterbildung Hand in Hand. "Wir haben ja alle das gleiche Ziel - und dass unsere Zusammenarbeit effektiv ist, sieht man an der heutigen Veranstaltung", meinte Bernd Zürker von der Bildungsakademie Handwerkskammer Mannheim.
Auch bei der IHK Rhein-Neckar hat sich die Nachfrage vervielfacht. Doch oft höre man von den Beratungsteilnehmern, dass sie eher per Zufall auf dieses Förderinstrument gestoßen seien, so Weiterbildungsberaterin Sabine Dörsam. "Da müssen wir noch mehr Aufklärungsarbeit leisten und zum Beispiel auch Steuerberater und Finanzämter als Multiplikatoren ins Boot holen." Alle drei Organisationen waren sich einig, die Bildungsprämie in Mannheim stärker in den Fokus der Weiterbildungsinteressierten zu rücken. Der Anfang ist gemacht: Bereits am Infomobil wurden neue Beratungstermine vereinbart.

