Gruppenfoto Beratertag Hannover 2018

Beratertage 2018 - Der Rückblick

Gruppenfoto Beratertag Hannover 2018

Wie es nach 2020 mit der Bildungsprämie weitergehen und welche Rolle die Weiterbildungsberatung in einer anschließenden Förderung spielen kann, war Gegenstand der diesjährigen Beratertage. Rund 90 Prämienberaterinnen und -berater waren der Einladung gefolgt und diskutierten mit den Programmverantwortlichen.

Das Bundesprogramm Bildungsprämie wird nach 2020 nicht mehr mit ESF-Mitteln fortgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb mit konzeptionellen Überlegungen für eine Fortführung der Förderung der individuellen berufsbezogenen Weiterbildung begonnen. Wichtiger Baustein dafür sind die Erfahrungen aus dem Programm Bildungsprämie. Was sollte beibehalten werden und wo liegt Verbesserungspotenzial? Um Antworten auf diese und andere Fragen zu erhalten, hat das BMBF das Programm extern evaluieren lassen. Die Evaluatoren (KANTAR Public München, Forschungsinstitut betriebliche Bildung Nürnberg und das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen) erhielten den Auftrag, aus ihren Ergebnissen Handlungsempfehlungen für ein Förderinstrument der Zukunft zu entwickeln. Die Beratertage dienten als Rahmen, um wesentliche Evaluationsergebnisse mit der Beratungspraxis abzugleichen. Die Teilnehmenden beider Beratertage nutzten diese Möglichkeit und brachten sich in engagierten Diskussionen ein.

Viele der Evaluationsergebnisse zur Teilnehmerstruktur konnten die Beraterinnen und Berater bestätigen. So wird auch aus ihrer Sicht die Bildungsprämie hauptsächlich von eher bildungsaffinen und besser ausgebildeten Frauen genutzt. Positiv hoben Evaluatoren, Beraterinnen und Berater hervor, dass die Bildungsprämie ein niederschwelliges Förderinstrument sei, das für eine Mehrheit der Teilnehmenden tatsächlich eine maßgebliche Finanzierungshilfe darstellt.

Der zweite Themenschwerpunkt der Beratertage widmete sich der Rolle der Beratungsstellen im Programm. 97 Prozent der Teilnehmenden gaben an, sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Beratungsgespräch gewesen zu sein. Dies, obwohl der Beratungsbedarf gering ist: 98 Prozent der Teilenehmenden wissen vor dem Gespräch bereits, welche Weiterbildung sie absolvieren wollen und bleiben fast ausschließlich bei Ihrer Entscheidung. Nur etwa ein Prozent der Ratsuchenden entscheidet sich nach dem Gespräch für eine andere Weiterbildung.

Gefragt nach weiteren denkbaren Beratungsformen und ihren Präferenzen gaben 67 Prozent der befragten Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer das persönliche Beratungsgespräch als bevorzugten Weg an. 22 Prozent würden ein Online-Verfahren wählen, nur 11 Prozent sprachen sich für eine telefonische Beratung aus.
Die Evaluatoren schlossen daraus, dass der persönliche Kontakt als wichtig empfunden wird. Fragen könnten direkt geklärt werden, es gäbe Tipps und weitere Anregungen. Wichtig für die Teilnehmenden sei auch, dass sie im Gespräch in ihrer Weiterbildungsentscheidung bestärkt würden. Zudem übernähmen die Beraterinnen und Berater den Aufwand der Antragstellung.

In der Diskussion bestätigten die Beraterinnen und Berater in Hannover und Frankfurt diese Evaluationsergebnisse. Sie ergänzten, dass das Beratungsgespräch darüber hinaus oftmals als Anstoß für eine umfassendere Weiterbildungsberatung diene.

Die Programmstelle Bildungsprämie im Bundesinstitut für Berufsbildung wies darauf hin, dass es schwierig sei, ein bundesweit einheitliches Beratungsstellennetz zu schaffen. Denn Weiterbildungsberatung ist Ländersache. Dies zieht unterschiedliche Strukturen in den einzelnen Bundesländern nach sich. Was aus diesen Ergebnissen für eine Nachfolgeförderung folgt, ist noch offen.

Auf der politischen Ebene hat das Thema Weiterbildung mit dem Start der Entwicklung einer Nationalen Weiterbildungsstrategie Fahrt aufgenommen. Bund, Länder und Sozialpartner diskutieren gemeinsam, wie dem Bedeutungszuwachs von Weiterbildung Rechnung getragen werden kann. Die Nationale Weiterbildungsstrategie bietet viele Chancen, die Weiterbildungsstrukturen zu verbessern und auch die Weiterbildungsberatung zu stärken. Die Verantwortlichen der Bildungsprämie wollen auf jeden Fall ihre Erfahrungen aus zehn Jahren Programmarbeit in die laufenden Diskussionen einbringen. Ihr Dank geht an alle Beraterinnen und Berater, die in Hannover und Frankfurt so engagiert mitdiskutiert haben.

Eine ausführlichere Dokumentation der Beratertage stellen wir Ihnen im neuen Jahr im internen Bereich auf der Programmwebseite zur Verfügung.